Gero Hocker: Fotos von Wolfsrudel hätten Anlass zum Handeln sein müssen – Wie geht der Minister nun mit den Geschwistern von MT6 um?

15.07.16
Gero Hocker: Fotos von Wolfsrudel hätten Anlass zum Handeln sein müssen – Wie geht der Minister nun mit den Geschwistern von MT6 um?

Hannover. Die Existenz von Foto- und Filmaufnahmen des Rudels rund um den Problemwolf MT6 werfen nach Ansicht des FDP-Politikers Gero Hocker zahlreiche Fragen auf. „Wenn dem Umweltminister beziehungsweise seinem Haus diese Aufnahmen bekannt gewesen sind, ist das Zögern von Wenzel im Umgang mit dem auffälligen Tier noch unverantwortlicher“, sagt Hocker. Warum habe der Minister nicht sofort reagiert und das Tier entnommen, wenn er wusste, dass er so an Menschen gewohnt war. „Wenzel hat die Menschen in der Region ganz bewusst einer Gefahr ausgesetzt“, kritisiert der FDP-Politiker.

Geradezu unerklärlich sei auch, wieso Wenzel extra Wolfsexperten aus Schweden kommen ließ, um den Wolf zu vergrämen. „Er hätte wissen müssen, dass das nichts bringt. Die Fotos machen deutlich, dass das Tier schon als Welpe an Menschen gewöhnt war“, so Hocker. Darüber hinaus stehe nun aber die Frage im Raum, wie der Umweltminister weiter vorgehen will. „Was ist mit den Geschwistern von MT6? Was unternimmt Wenzel mit denen, wenn sie auffällig werden? Wartet er dann wieder, bis mehr passiert?“ Es sei davon auszugehen, dass die Geschwister ebenso an Menschen gewohnt sind wie MT6. Der Umweltminister müsse nun endlich aus seiner Lethargie kommen und ein vernünftiges Wolfsmanagement auflegen. Hocker: „Über kurz oder lang wird man nicht daran vorbei kommen, Quoten festzulegen, wie viele Tiere erträglich sind für Menschen sowie für Flora und Fauna. Wir brauchen mehr als den Abschuss verhaltensauffälliger Tiere, um die Wolfspopulation dauerhaft zu managen. Und nicht einmal das kann Wenzel gewährleisten.“

Hintergrund: Der NDR berichtet über Foto-und Filmaufnahmen, die belegen, dass der Wurf des getöteten Wolfs MT6, der auch Kurti genannt wird, bereits im Alter von unter einem Jahr an Menschen gewöhnt war. Dem Umweltministerium sollen diese Aufnahmen bereits seit längerem bekannt sein.