Hillgriet Eilers: Traditionsschifffahrt wird durch Seediensttauglichkeitsuntersuchung gefährdet – Landesregierung muss Dobrindts Schreibtischgeburt korrigieren  

24.03.17
Hillgriet Eilers: Traditionsschifffahrt wird durch Seediensttauglichkeitsuntersuchung gefährdet – Landesregierung muss Dobrindts Schreibtischgeburt korrigieren  

Die schifffahrtpolitische Sprecherin der Freien Demokraten im Landtag Niedersachsen, Hillgriet Eilers, fordert von der Landesregierung mehr Einsatz zum Erhalt der Traditionsschifffahrt: „Mit seiner neuen Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschifffahrt schießt Bundesverkehrsminister Dobrindt komplett über das Ziel hinaus und gefährdet die Existenz dieses wichtigen Kulturguts. Ich erwarte, dass sich die Landesregierung verstärkt für die Ehrenamtler auf diesem Gebiet einsetzt, damit unser maritimes Erbe nicht durch allzu strenge bürokratische Auflagen kaputt gemacht wird. Minister Lies muss den Einfluss seiner Partei in der Bundesregierung besser nutzen und gemeinsam mit den anderen Küstenländern den Bundesverkehrsminister zu einer Kurskorrektur bewegen“, so Eilers.

Eilers weist darauf hin, dass es selbstverständlich und notwendig sei, wenn Berufsschifffahrer regelmäßig auf ihre medizinische Tauglichkeit hin überprüft werden und darüber Zeugnis ablegen müssen. „Anders verhält es sich jedoch bei den Traditionsschifffahrern. Durch eine teure Seediensttauglichkeitsuntersuchung, wie die Bundesregierung sie nun vorsieht, werden ehrenamtlich Engagierte demotiviert und in ihrer Arbeit behindert. Vereine und Verbände, die mit viel Herzblut für den Erhalt der alten Schiffe kämpfen, werden mit immer höher werdenden Kosten belastet. Das ist nicht zu leisten. Unser Ziel ist eine hausärztliche Untersuchung, wie sie auch bei Berufskraftfahrern üblich ist, und die Abkehr von Dobrindts Schreibtischgeburt. Das wäre eine maßvolle Regelung im Sinne der Sicherheit, der Ehrenamtler und des Erhalts unserer Schifffahrtskultur“, so die FDP-Sprecherin für Schifffahrt und Häfen.

Hintergrund: Die FDP-Fraktion hat einen Antrag beschlossen, der die verpflichtende Einführung und regelmäßige Überprüfung der medizinischen Tauglichkeit der ehrenamtlichen Seeleute auf den Traditionsschiffen ablehnt und stattdessen eine hausärztliche Untersuchung vorsieht. Die Fraktion wird diesen in den Niedersächsischen Landtag einbringen.